Der etwas andere Dorfladen - Editorial in der Ausgabe Nr. 12 von Reformiert-regional, publiziert am 12. Juni 2020

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Es war ein Tag für die Geschichtsbücher. Was man eigentlich nicht für möglich gehalten hatte, trat tatsächlich ein: Am 16. März wurde der sogenannte Lockdown verfügt. Und von einem Tag auf den anderen mussten die meisten Geschäfte schliessen. In dieser ausserordentlichen Zeit, als das lokale Gewerbe seine Einnahmen verlor, entstand eine neue Idee: ein regionaler Onlineshop, der jedem Ladenbesitzer, Hersteller, Händler, Handwerker, Dienstleister und Gastronom offensteht – solange er aus der Region kommt. Und genau das ist der Punkt.

Denn lokal Einkaufen hat viele Vorteile. Man kennt den Anbieter, schätzt die kurzen Wege, geniesst die persönliche Begrüssung und pflegt Bekanntschaften. Und vor allem unterstützt man das lokale Gewerbe, behält also die Wertschöpfung in der Region. Genau darauf baut das neue Angebot, dessen Name zugleich Programm ist: Unser-Dorfladen versteht sich als Kontrast zum grossen Internethandel – klein, regional und persönlich. Wenn man anruft, nimmt eine Person ab, die sich über das Interesse aufrichtig freut. Wenn man eine Lieferung erhält, wird sie mit Herzlichkeit überbracht. Jede Bestellung ist ein Ereignis, jede Rückmeldung eine Motivation, jede Auslieferung eine Freude. Als Kunde ist man keine anonyme Nummer. Und auch die Anbieter haben ein Gesicht und eine Geschichte: Es ist der Salsiz von Karin, das Olivenöl von Marek oder die Blockflöte von Martin – sie alle sind Spezialisten aus der Region, die ihre Produkte mit Herzblut vertreiben.

Allerdings unterliegt ein regionales Projekt auch Einschränkungen: Waren sind zum Beispiel nicht unbegrenzt verfügbar. Bestellt man also ein Entrecôte, kann es vorkommen, dass es gerade ausverkauft ist. Auch bietet unser digitaler Marktplatz kein vollständiges Sortiment, sondern vertreibt sorgfältig ausgewählte Produkte und Köstlichkeiten von Wädenswil bis Thalwil. Weder kann, noch soll der Supermarkt dadurch ersetzt werden. Unser Anliegen ist ein anderes: Anstatt wenigen Grossen alles zu geben, verteilen wir doch lieber unseren Konsum auf viele Einzelne. Und machen den virtuellen Dorfladen zum Abbild des realen Dorflebens: lebendig, bunt und vielfältig.

Editorial von Irmgard Faltner, Mitbegründerin der Plattform Unser-Dorfladen.ch - lieber Pfarrer Johannes Bardill, herzlichen Dank für das Interesse und die Anfrage, dieses Grusswort zu schreiben. Es war mir eine Ehre und eine Freude, mit diesem Beitrag Motivation, Herz und Seele dieses Projekts vorzustellen! 

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