Regio News Blog

Es ist vollbracht. Der Kühlschrank proppenvoll, die Gans im Ofen, der Baum geschmückt. Alkohol und Zigaretten wurden schon mal auf Vorrat gebunkert. Und so rüsten sich Reto und Maja für den Weihnachtstag, für das neue Jahr und für die Zukunft.

Liebe Kunden, Händler und Freunde von Unser-Dorfladen! Hoffentlich haben wir euch mit unserer Fortsetzungsgeschichte im Adventskalender gut unterhalten. Wir wollten euch damit ein paar Ideen geben, wie man mit spannendem Social-Media-Content Interesse generiert, Follower gewinnt und User auf die eigene Website bringt (und zwar ohne viel Geld in Kampagnen zu investieren).

Was sind nun die messbaren Erfolge dieser Aktion? Hier einige Fakten zur Performance:

Layback im Lockdown

Irgendwie ist 2020 das Weihnachten der Gemeinschaftsgeschenke. Was eigentlich niemand dringend braucht, erfreut dann doch die ganze Familie. Der Schreibtisch gestern markierte den vorläufigen Höhepunkt. Gefolgt von einem Geschenk, das Maja heute von ihrer Schwester per Kurierdienst erhält.

«Manchmal will ich den ganzen Trubel am liebsten ausblenden», hatte Maja ihr vor nicht allzu langer Zeit gesagt. Das hatte Moira auf die Idee gebracht: Ihr Geschenk blendet unerwünschte Töne aus und willkommene Geräusche ein. Nur hörbar für einen selbst. Nutzbar von jedem, der Lust hat. Solange die Lust nicht gleichzeitig einsetzt. Was ist es?
Reto hat von seinem Vater sein Weihnachtsgeschenk erhalten. Er, der selbständige Kunstschlosser. Was soll ausgerechnet er mit einem höhenverstellbaren High-Tech Home-Office Schreibtisch anfangen?

«Du bist doch selbständiger Kleinunternehmer in der Kreativbranche», meint Opa Klemens. «Papa, ich schmiede kunstvolle Gittertore oder Torbögen aus Metall. Meinst du, ich mache das am Schreibtisch?» Ach so. «Na, du wirst ja gelegentlich auch Buchhaltung machen und Rechnungen schreiben. Hoffe ich zumindest.» Dass sein Beruf kein brotloser Erwerb ist, hat sein Vater immer schon angezweifelt. Nun ja. Es gibt ja noch drei weitere Familienmitglieder, die von diesem Tisch profitieren können. Und der hatte es wirklich in sich: flexible Monitorhalterung, intelligentes Kabelmanagement, wireless Ladestation und jede Menge Anschlüsse. Ein tolles Teil...

Fragt sich nur, wo der künftig stehen soll. Im renovierten Bauernhaus oder werden sie tatsächlich noch umziehen?
Kalender? Langweilig. Doch dieser hier ist anders: Weil die Fotos von leidenschaftlichen Hobby-Fotografen stammen, die ihre Gemeinde in besonderem Licht präsentieren. Die mit offenen Augen durch Horgen liefen und ihre liebsten Plätze fotografierten. Daraus resultierte eine Entdeckungsreise durch Horgen in 13 wunderbaren Fotos.

Unser-Dorfladen empfiehlt den Horgner Kalender 2021, ein Projekt des Kulturfonds und der Gemeinde Horgen. Der Wandkalender ist in der Schalterhalle des Gemeindehauses, dem Dorfbeizli und dem Baumgärtlihof kostenlos erhältlich.

Es ist Montag. Der erste Tag der Schulferien. Keine Arbeit, kein Besuch, keine Verpflichtungen. Aber etwas ist doch jetzt anders… «Was genau haben sie am Freitag beschlossen?» fragt Maja. Für eine Gehirnforscherin hat sie manchmal ein sehr lückenhaftes Gedächtnis, findet Reto.

«Beizen zu, Läden offen, Freizeit zu, Kultur auch. Und am Sonntag tote Hose», erklärt Reto. Na das mit den Fitnesszentren kommt ihm eigentlich nicht ungelegen. Er hat gerade keine Lust, sich auf dem Laufband abzumühen. Für ihn ist das ein sinnloses Strampeln im Hamsterrad. Und schliesslich ist ein Mann ohne Bauch wie ein Himmel ohne Sterne. «Dann bleibt ja nicht mehr viel übrig» lautet das nüchterne Fazit. Schlimmer noch: Es verpflichtet sie schon wieder zu mehr selber Kochen. Oder, mässig attraktive Alternative, auf Take-away und Lieferdienste mit meist eingeschränktem Angebot zurückzugreifen.

Die Aussicht, die nächsten vier Wochen nirgends mehr auswärts zu essen, trifft die beiden mit voller Härte. Noch dazu während der Feiertage. Zum Jahreswechsel. In den Ferien. Schnell war ein Plan geboren: Ein Abend mit der ganzen Familie in ihrem Lieblingsrestaurant. Gleich am Montag, bevor alle Gastrobetriebe am Dienstag schliessen müssen. «Na da müssen wir aber früh aufbrechen, damit wir um 19.00 Uhr fertig sind», meint Lara. Reto reserviert online. Und beweist ein gutes Händchen: Er sichert sich einen Gutschein, auf den er satte 20% Rabatt erhält. Voll geniessen, weniger zahlen? Das könnt ihr auch...
Schiefe Bilder und hinkende Vergleiche. Zu mehr war sie nicht mehr imstande. Maja blickte traurig auf die Überreste. Was war passiert?

Der liebe Max war ein guter Junge. Doch anders als seine kleine Schwester Lara überlegte er bisweilen Ursache und Wirkung zu wenig. Als sein Vater am Vortag ein loderndes Kaminfeuer entfacht hatte, hantierte Max ausgerechnet mit einem Bunsenbrenner. Dass sich der mit offenem Feuer nicht gut verträgt, weiss jetzt auch der schuldbewusste Teenager. «Ich wollte Mama doch nur eine Freude bereiten, damit ihre Crème brûlée eine knusprige Schicht kriegt», rechtfertigte der Junge sein ungewöhnliches Weihnachtsgeschenk.

«Wo sind denn die Versicherungsunterlagen», suchte Reto seine nicht gerade vorbildlich sortierten Ordner durch. «Ich such schon mal einen Umzugsservice», verkündete derweil die pragmatische Maja. Und was jetzt? Die Feiertage stehen an und mit ihnen der teilweise Lockdown...
Mitte Dezember vorbei und der hauseigene Kamin in ihrem alten Mehrfamilien-Bauernhaus war noch nie in Betrieb. Höchste Zeit, das zu ändern. Reto stapelt Zeitungen und Holz. Doch so richtig in Fahrt kommt sein Feuer nicht. Also platziert er Anzündhilfen. «Und jetzt muss noch etwas Luft ran», sagt der langjährige Pfadfinder. Ein Blasebalg wäre jetzt zielführend gewesen, doch so etwas besitzt dieser Haushalt nicht. Also greift Reto zum Nächstbesten: Er fächert mit einem Handtuch hin und her, bis regelrecht die Funken sprühen. Stolz präsentiert er sein Feuer.

«Bist du verrückt?» Offenbar hat Maja keine Freude an seiner Aktion. «Doch nicht mit dem Tuch! Das ist ein handgewobenes Einzelstück aus der lokalen Webwerkstatt der Humanitas!» Reto war überfordert. «Ja, und?» Maja klärt auf: «Es ist ein Geschenk für Grosstante Erna.» Sie wollte noch deren Initialen reinsticken, denn ihre entfernte Verwandte legt Wert auf so was. Maja weniger. Wie ging das nochmal mit dem Sticken? Wieso war es plötzlich so heiss? Und was hat Max da in der Hand?
War das ein schöner Abend gestern. Der Alkohol floss in Strömen, der Regen ebenso. Beides spielte keine Rolle, denn der Nachhauseweg führte bloss übers Treppenhaus. Stark wankend konstatierte Reto: «Unsere Nachbarn sind die Besten». Nuschelnd fragte er seine Maja: «Wie nanntest du sie gestern?» Darauf sie: «Hingebungsvolle Gastgeber». Das waren sie wirklich.

Schon die Antipasti waren denkwürdig. Dazu knuspriges Brot, bestreut mit getrockneten Kräutern und getränkt mit diesem unvergleichlichen Olivenöl aus Arbequina Oliven. «Die erste Pressung erfolgt immer mechanisch», verkündete ihr Gastgeber stolz, das sorge für den aromatischen Geschmack. Dann dieser intensive Chorizo mit den köstlichen Sardellen aus Kantabrien, gefolgt von einem kleinen Pasta-Zwischengang mit Sugo alla Vodka.

Und als der Magen voll und der Körper müde war, tischten die sympathischen Südländer gegen Mitternacht noch einen butterzarten Braten mit Bierkruste auf. Gefolgt von einem einheimischen Schnaps, der alles wieder ins Lot brachte. Himmlisch. «Wie heisst nochmal der Laden, wo man das alles kriegt?» Maja fiel erschöpft ins Bett: «Wenn ich das bloss wüsste.» Wir von Unser-Dorfladen wissen es...
«Wer ist denn heute dran?» Maja sortiert mühsam die Termine im Kopf. «Entspann dich, heute sind wir bei den Nachbarn», antwortet Reto. «Was für ein Glück.» Die entspannten Südländer sind geniale Nachbarn: hilfsbereit, sympathisch, gesellig. Und sie sind hingebungsvolle Gastgeber.

Bei den Geschenken hat man sich darauf geeinigt, jeweils nur eines ihrer vier Kinder zu beschenken. Wunderbar pragmatisch. Heute ist der vierjährige Matteo der Auserwählte. Vor allem Lara hat den kleinen Nachbarsjungen ins Herz geschlossen und versucht schon seit geraumer Zeit, ihn für Tiere und Musik zu begeistern. Dank ihr befindet sich Matteo gerade in einer ausdauernden Dinosaurier-Phase. Voller Vorfreude kann Lara es kaum erwarten, dem Kleinen ihr sorgfältig ausgewähltes Geschenk zu überreichen: eine kindgerechte Symbiose aus Drache und Musik. Was das mit einer Kokosnuss zu tun hat?
«Mann, die sitzen schon den ganzen Tag so lasch rum», sagt die Zwölfjährige zu ihrem Bruder Max. «Wie die Zombies. Was’n los mit denen?» Lara stupst ihre Mutter an. «Dieses Feiern auf Raten zermürbt mich», seufzt diese erschöpft. Advent im Corona-Style: Alle paar Tage kommt Besuch, nicht immer erwünscht und selten konfliktfrei. Auch Papa Reto versinkt im Sofa. «Die sieht man ja gar nicht mehr senkrecht», murmelt Lara und fragt Max: «Sollen wir es ihnen jetzt schon geben? Zur Aufmunterung?»

Der Nachwuchs nimmt den ganzen Trubel vergleichsweise locker. Während Max mit seiner ultimativen Weihnachtsbeleuchtung am Elternhaus mittlere Berühmtheit erlangt hat, widmet sich seine Schwester hingebungsvoll ihrem neuen Keyboard. Lara ist nicht nur musikalisch, sondern auch technisch versiert, und so stammt die Idee für das elterliche Weihnachtsgeschenk von ihr. Flink und sachkundig installiert sie die Anlage.

Strahlende Elternaugen, die funkeln. Kindliche Freude bei den Erwachsenen. Verkehrte Welt. Ja, das Geschenk der Kinder schlägt ein wie eine Bombe. Und in einer Hinsicht kommen die zwei Geschwister ganz nach ihren Eltern: sie machen ihnen ein Geschenk, von dem sie auch selbst profitieren...
«Noch einen Tag, dann reisen sie ab», frohlockt Maja. «Und beglücken euren jüngsten Bruder». Gott steh ihm bei, dachte Reto. Der heutige Tag ist generalstabsmässig geplant: Das 2,4 Kilo schwere Lamm-Gigot vom Bio-Bauernhof brutzelt seiner endgültigen Bestimmung entgegen. Als mässig begabte Köchin hat Maja unzählige YouTube Tutorials und Rezeptbücher studiert und hofft auf ein angemessenes Ergebnis.

Unterdessen hat Reto einen alten Trick ausgegraben: kulinarische Köstlichkeiten von Spezialisten erwerben und dann als kreative Eigenkreation ausgeben. «Haben wir das wirklich nötig?», fragt ihn Maja. «Nein. Aber es gibt Ausnahmen: deine Eltern und mein Bruder.» Das war für beide vertretbar.

So staunt Schwägerin Katja nicht schlecht, als Maja das Dessert serviert: fluffige Brioches, cremige Passionsfrucht-Törtli, zart schmelzendes Mohn-Mousse. «Alles selbst gemacht?» fragt sie skeptisch. Maja war vorbereitet. Ihr ausgezeichnetes Gedächtnis liess die Neurowissenschaftlerin nicht im Stich. So konnte sie jedes Rezept auswendig vortragen – mit jeder Menge Pathos und erstaunlich glaubwürdigen Einzelheiten…
«Ich musste ihm immer schon zeigen, wo es langgeht», seufzte Hans-Peter. Sein jüngerer Bruder Reto war früher wie ein Klotz am Bein. Und dieser kreative Beruf in der Selbständigkeit, na ja. Da kultivierte er lieber seine sichere Beamtenlaufbahn. Da weiss man, was man hat. Und was man kriegt.

Aber heute Morgen hat er ihn kalt erwischt. «Wollt ihr Rührei mit Speck?», fragt Reto vor dem Frühstück. «Kommt auf die Eier an», entgegnet sein Bruder. Es gibt wohl niemanden sonst, der so eine Antwort gegeben hätte. Doch Reto pariert gekonnt. «Wir haben Eier vom braunen Legehuhn, aber für Frühstückseier empfehle ich die gehaltvolleren Eier vom Appenzeller Barthuhn, die sich gerade für Rührei noch besser eignen als jene vom Sussex Huhn. Also?» Hans-Peter ist perplex. Eins zu null für den kleinen Bruder.

Maja und Reto grinsen in der Küche. Das hat gesessen. Und jetzt wird gegessen.

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Oft belehrend, leicht überheblich und irgendwie ziemlich anstrengend. Was die Schwiegereltern für Reto, sind Schwager und Schwägerin für Maja. Ob nun die zwölf Jahre Altersunterschied oder die klassische Beamtenlaufbahn – Reto kommt sich im Vergleich mit Hans-Peter immer etwas minderwertig vor. Und dessen Frau konkurriert stets mit Maja: sie kocht besser, erzieht klüger und arbeitet erfolgreicher. Aus ihrer Sicht.

«Himmel, die kommen tatsächlich schon heute Abend!», entrüstet sich Maja. «Da brauchen wir ein Geschenk für sie. Wie sollen wir das denn anstellen?» Alle Läden sind zu, denn der Sonntagsverkauf ist seit gestern verboten. «Tankstellenshop», schlägt Reto kleinlaut vor. «Die haben auch zu. Oder willst du ihnen Benzin schenken?», empört sich Maja. «Ich hab’s. Ein Gutschein für ein exzellentes Restaurant in Horgen. Noch dazu mit Rabatt für uns. Haben wir doch gestern auf der Website gesehen». Was genau die beiden meinen, findet ihr weiter unten.
Samstag, 11.35 Uhr, draussen ist es kalt und nass. Die Kinder sind unterwegs, die Schwiegereltern weg. «Worauf hast du Lust?» fragt Maja. «Ganz ehrlich? Auf eine Pizza vom Lieferservice», antwortet Reto. Ein Beweis dafür, dass die zwei so gut zusammen passen, denn das war auch Majas Gedanke. Stellt sich bloss noch die Frage, welche. Eine Auswahlaufgabe, der sich der hungrige Reto bereitwillig und freudig annimmt.

«Ist das neu? Das hab ich ja noch nie gesehen», wundert er sich, während er seine Bestellung online aufgibt. «Zeig mal», meint Maja. «Genial. Lass es uns gleich ausprobieren.» Doch dazu kommen sie nicht mehr. Denn das Telefon läutet und Retos Bruder verkündet aus heiterem Himmel einen Beschluss, der noch für Aufregung sorgen wird.
Die letzten Tage waren wirklich intensiv...

Von den skurrilen Ideen der eigenen Familie und von Home Office plus Onlineshopping digital erschöpft, entfliehen die Horgner Maja und Reto der virtuellen Welt für einen Abend: Heute geniessen sie bis 22.00 Uhr das Late Night Shopping in Horgen. Am linken Zürichseeufer freuen sich mehr als 20 Läden auf ihre Kunden und empfehlen die originellsten Weihnachtsgeschenke, teils mit tollen Aktionen und einmaligen Rabatten inmitten eines weihnachtlichen Ambientes mit stimmungsvoller Beleuchtung.

«Wer weiss, ob es das so schnell noch mal gibt», meint Reto. Angesichts der verschärften Schutzmassnahmen ist das tatsächlich eine berechtigte Frage. Darum: Nichts wie hin!
Eigentlich war er doch ein guter Junge, der Reto. «Könnte mehr durchgreifen», sagte Karl zu seiner Frau. Aber mit dem Geschenk, diesem Chinggis Khan Vodka, bewies sein Schwiegersohn wirklich ein gutes Händchen. Karl wollte ihm nun etwas ähnlich Originelles schenken, und sein Nachbar hatte ihn da auf eine Idee gebracht. Das war der Hit! Ihr findet es weiter unten.

Währenddessen vollendet Max seinen Plan und präsentiert seiner Familie eine XXXL-Beleuchtung, noch gewaltiger als jene von Opa. Zeitgleich hängt der neue Lautsprecher an einem ultimativen Verstärker, während seine Schwester mit dem geschenkten Keyboard Jingle Bells spielt.

Maja schlägt die Hände zusammen. Und Reto sucht abermals den Hochprozentigen. Sind denn alle verrückt geworden dieses Jahr?
Das hatte er Opa gar nicht zugetraut. Das war ja der Hammer! Dieses Lichtermeer während des ganzen Wochenendes. Echt cool. Max war schwer beeindruckt und höchst motiviert, es Opa Karl nachzumachen. Er wollte auch so ein Ding. Und zwar jetzt. Denn sonst muss er ein ganzes Jahr warten.

Erleichtert, dass die vorweihnachtliche Hektik fürs Erste vorbei ist, setzt sich sein Vater vor den Panasonic TV. In der Absicht, seinen Platz dort erst mal nicht zu verlassen, gönnt er sich dazu ein würziges Schnauserli direkt vom Bauernhof. Währenddessen reift in Max der Ehrgeiz. Was Opa kann, sollte er doch auch schaffen. Er weiss auch wie: «Meine Kumpels werden staunen», murmelt er und informiert sogleich die Nachbarschaft.

Staunen werden auch seine Eltern.
Omas Braten war sensationell. Muss man neidlos anerkennen, so gut kocht Maja in hundert Jahren nicht. (Das weiss sie auch.) Bestens gegessen, schwerstens verdaut – Reto schafft Abhilfe und holt aus seiner Bar den Hochprozentigen der Horgener Privatbrennerei Streuli.

Die Schwiegereltern wiederum sind höchst zufrieden. Ihre Mission ist geglückt: ein anständiger Braten auf dem Tisch, eine angemessene Beleuchtung auf dem Dach. Reto blinzelt erschöpft, die gigantische Beleuchtung, die hellste seines Lebens, liess ihn kaum schlafen. Selbst in der tiefsten Nacht war es taghell. «Die 2000-Watt-Gesellschaft ist für die wohl ein Fremdwort», murmelt er müde. Und freut sich darauf, dass der ganze Spuk inklusive Lichtermeer morgen vorbei ist...

Opa werkelt, Oma kocht, Reto kapituliert

Opa Karl werkelt in der Garage. Die Schwiegermutter kocht Lammrollbraten. Jetzt ist es amtlich: Sie haben das Ruder übernommen. In seinem eigenen Haus. Nicht mal drei Stunden haben sie dazu gebraucht. Reto kapituliert. Und schielt rüber zur Bar mit dem Hochprozentigem…
«Wenigstens haben wir weniger Arbeit», meint Maja aufmunternd. Ein ehrenwerter Versuch, den Besuch ihrer Eltern ins bestmögliche Licht zu rücken.

Heute ist Samichlaus und vorgezogene Bescherung. Reto und Maja gehen nochmal die Checkliste durch: Geschenke für Oma und Opa, für Lara und Max? Alles erledigt. Dann kann ja nichts mehr schiefgehen. Eigentlich. «Ich bin fertig. Schaut mal!» Verheissungsvoll kommt sein Schwiegervater aus der Garage. Und alle Augen starren ehrfürchtig auf das, was vor ihnen liegt…
Man sollte meinen, dass die Covid-Beschränkung auf zwei Haushalte alles etwas leichter macht. Aufwand reduziert. Abläufe vereinfacht. Tut es nicht. Ein 40-Kilo-Koffer für ein Wochenende. Ein Profi-Werkzeugkasten für zwei Tage. Was haben die bloss vor?

Maja ist beglückt über den Besuch ihrer Eltern. Reto nicht, er sieht sein Refugium leicht bedroht. «Wozu brauchst du den Werkzeugkasten?» fragt er Opa Karl. «Das wirst du bald sehen, mein Junge. Hast du ein 4-Meter Jack-Cinch Adapterkabel?» Hat er nicht. Aber Reto weiss, wo er so eines kriegt...
War das ein Abend gestern. Sie wurden schwach. Die Geschenke, notabene für andere besorgt, haben sie selbst konsumiert. Und so sorgt der Säulenlautsprecher für tiefen Sound und der Chinggis Khan für einen schweren Schädel. Jetzt aber nichts wie ran. «Wir brauchen zwei Geschenke!»

Das Ersatzgeschenk für Opa? Einfach nochmal das Gleiche. Denn was Reto und Maja begeistert, wird auch Opa munden. Oma wiederum hat ihren legendären Lammrollbraten angekündigt, für den Reto noch allerlei Zutaten kaufen muss. Der schwere Schädel wird noch schwerer. «Ich hab’s!» Ein Braten ohne Gewürze wird nichts. Und so weiss er jetzt, was er für die Schwiegermutter besorgt. Und bleibt seiner Linie treu, dass alle Geschenke irgendwie auch einen Nutzen für ihn selbst haben...
Damit hat er nun wirklich nicht gerechnet. «Wow. Können wir ihn jetzt schon aufstellen?», fragt sie. Reto hat das Gegenteil erwartet.

Der Säulenlautsprecher für Max wird zum Familien-Highlight. Der musikalische Groove nimmt jetzt richtig Fahrt auf. «Und was schenken wir Lara?» Der Klavierunterricht macht der 12-Jährigen viel Spass, doch ein Piano liegt echt nicht drin. Nicht während Corona. Also entscheiden sich Maja und Reto für etwas Anderes, das auch ihnen Freude machen wird. Dieses Geschenk wird ebenso unerwartete wie überraschende Reaktionen auslösen, wie sich am Wochenende noch herausstellen wird. Womit wir wieder beim Besuch der Schwiegereltern wären. Morgen Abend stehen sie auf der Matte und der Chinggis Khan hat immer noch keine Verstärkung…
Ein vom Lockdown geplagter Teenager. Ein überforderter Vater im Vorweihnachtsstress. «Wieso darf ich nicht probieren? Bin schon fast alt genug.» Reto nimmt seinen gestern gekauften Chinggis Khan in Schutz. «Der ist für Opa.»

Max hat’s gerade nicht leicht. Keine Clubs, keine Bars, keine Partys. Und nicht mal Alkohol? Reto fühlt mit ihm. Was wünscht er sich zu Weihnachten? Etwas mit Musik, für zu Hause notabene. «Klangecht und laut», meint Max. «Unauffällig und platzsparend», denkt Reto. Gesagt, getan. Reto weiss jetzt, was er sich und seinem Sohn schenkt...
Black Friday ignoriert. Cyber Monday verpasst. Reto hat es kalt erwischt: «Echt jetzt? Schon Dezember?»

Der Horgener Familienvater kratzt sich am viel zu langen Home-Office-Bart. Er überlegt. Die Schwiegereltern kommen am Wochenende, um vorgezogene Weihnachten zu feiern. Im kleinen Kreis, Corona-like eben. Majas Eltern überreichen stets auserlesene Geschenke, und da will Reto unbedingt mithalten… Sein Stolz erwacht. Was war das noch gleich? Was mag sein Schwiegervater denn so? Historisch bewandert interessiert er sich für Dschingis Khan, ist dem Alkohol nicht abgeneigt...
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